Die richtige Größe von Decken- und Wanddurchbrüchen ist entscheidend für eine fachgerechte Brandabschottung.
Zu kleine Öffnungen erschweren die Montage, zu große Durchbrüche verursachen unnötige Zusatzkosten. Gleichzeitig müssen Mindestabstände zwischen Leitungen, Kabeln und Dämmungen eingehalten werden, damit das zugelassene Brandschutzsystem korrekt eingebaut werden kann.
In diesem Beitrag erklären wir, worauf bei Wanddurchbrüchen, Deckendurchbrüchen, Leitungsabständen und Belegungsgraden zu achten ist.
Warum die Größe des Durchbruchs so wichtig ist
Jeder Durchbruch durch eine Wand oder Decke muss so geplant werden, dass alle Leitungen inklusive Dämmung ausreichend Platz haben und das zugelassene Abschottungssystem ordnungsgemäß eingebaut werden kann.
Wird der Durchbruch zu klein hergestellt, entstehen häufig Probleme bei der Montage:
- Leitungen liegen zu eng aneinander
- Mindestabstände können nicht eingehalten werden
- Dämmungen passen nicht vollständig durch
- Brandschutzmaterial kann nicht korrekt eingebracht werden
- Nacharbeiten oder Kernbohrungen werden notwendig
Eine saubere Vorplanung spart daher Zeit, Kosten und vermeidet Verzögerungen auf der Baustelle.
Mindestabstand zwischen Leitungen beachten
Bei mehreren Rohrleitungen, Lüftungsleitungen oder Kabeltrassen innerhalb eines Durchbruchs müssen definierte Mindestabstände eingehalten werden.
Diese Abstände sind notwendig, damit:
- Brandschutzmaterial zwischen den Medien eingebracht werden kann
- Leitungen sich im Brandfall nicht gegenseitig beeinflussen
- zugelassene Systeme gemäß Herstellerangaben montiert werden
- spätere Nachbelegungen möglich bleiben
Die exakten Abstände unterscheiden sich je nach Abschottungssystem, Leitungsart, Rohrmaterial und Feuerwiderstandsklasse. Deshalb müssen immer die jeweiligen Zulassungen und Einbauanleitungen berücksichtigt werden.
Dämmdicke der Isolierung mit einplanen
Ein häufiger Fehler in der Praxis: Es wird nur der Rohrdurchmesser berücksichtigt – nicht jedoch die spätere Isolierung.
Gerade bei Wärme-, Kälte- oder Schallschutz erhöht die Dämmung den Außendurchmesser deutlich. Dadurch benötigt jede Leitung mehr Platz im Durchbruch.
Beispiele:
- Rohr DN 50 mit 30 mm Dämmung
- Rohr DN 80 mit 50 mm Dämmung
- Kälteleitung mit geschlossenzelligem Dämmstoff
- Lüftungsleitung mit Brandschutz- oder Schalldämmung
Werden diese Maße nicht berücksichtigt, muss der Durchbruch nachträglich vergrößert oder neu hergestellt werden.
Maximale Belegschaft: nur 60 % zulässig
Bei vielen Brandschutzsystemen darf die Öffnung nicht vollständig gefüllt werden. Die maximale Belegschaft der Leitungen oder Kabel beträgt häufig 60 % der Öffnungsfläche.
Das bedeutet: Mindestens 40 % müssen für Brandschutzmaterial, Abstände und fachgerechte Verarbeitung frei bleiben.
Warum diese Regel wichtig ist:
- sichere Einbringung des Abschottungsmaterials
- ausreichende Schichtstärken möglich
- bessere Nachbelegung bei späteren Erweiterungen
- Einhaltung der Systemzulassung
- höhere Sicherheit im Brandfall
Eine Überbelegung zählt zu den häufigsten Mängeln bei Baustellenkontrollen.
Praxisbeispiel von der Baustelle
Bei einem Neubauprojekt wurde ein Wanddurchbruch für mehrere Heizungs- und Sanitärleitungen hergestellt. Die Dämmstärken wurden in der Planung nicht berücksichtigt.
Das Ergebnis:
- Leitungen lagen ohne Abstand aneinander
- Brandschutzsystem konnte nicht eingebaut werden
- Wandöffnung musste vergrößert werden
- zusätzliche Kosten und Zeitverlust
Mit korrekter Planung wäre dieser Aufwand vermeidbar gewesen.
Welche Vorschriften gelten in Österreich?
Für Decken- und Wanddurchführungen mit Brandabschottungen gelten in Österreich unter anderem folgende Grundlagen:
- OIB-Richtlinien
- TRVB
- ÖNORMEN
- ETA / europäische Zulassungen
- Herstellerangaben des Abschottungssystems
Maßgeblich sind immer die geprüften Einbaubedingungen des jeweils eingesetzten Systems.
Professionelle Planung und Ausführung durch BS Dämmtechnik
Die BS Dämmtechnik GmbH unterstützt Bauherren, Installateure und Generalunternehmer bei der fachgerechten Planung und Ausführung von Brandabschottungen.
Unsere Leistungen:
- Prüfung von Wand- und Deckendurchbrüchen
- Berechnung von Belegungsgraden
- Berücksichtigung von Dämmstärken
- fachgerechte Brandabschottungen
- Fotodokumentation und Kennzeichnung
- Nachbelegung und Sanierung bestehender Abschottungen
Mehr Informationen finden Sie im Bereich Brandabschottungen & Brandschutz.
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Häufige Fragen zu Wand- und Deckendurchbrüchen
Wie groß muss ein Wanddurchbruch sein?
Der Durchbruch muss alle Leitungen inklusive Dämmung, Mindestabstände und Brandschutzmaterial aufnehmen können.
Wie viel Belegschaft ist erlaubt?
Bei vielen Systemen maximal 60 %, abhängig von Zulassung und Herstellerangaben.
Muss die Dämmung berücksichtigt werden?
Ja, unbedingt. Die Dämmung vergrößert den Außendurchmesser erheblich.
Wer plant Brandabschottungen richtig?
Erfahrene Fachfirmen mit Kenntnis der geltenden Vorschriften und zugelassenen Systeme.